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Hochschulsport in Zeiten von Corona

ZEH Geschäftsstelle

ZEH Geschäftsstelle
Bildquelle: ZEH

FU Sporthalle Dahlem

FU Sporthalle Dahlem
Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Pausenexpress @HOME

Pausenexpress @HOME
Bildquelle: Bernd Wannenmacher

UniSport@HOME - mit unserer Trainerin Lena

UniSport@HOME - mit unserer Trainerin Lena
Bildquelle: Bernd Wannenmacher

UniSport@HOME

UniSport@HOME
Bildquelle: Bernd Wannenmacher

News vom 22.07.2020

Die Sporthalle in Dahlem ist menschenleer - Tennisschläger, Yogamatten und Federbälle seit Wochen unberührt – das kreative Onlinesemester hat auch dem Team des UniSports einiges abverlangt. Mitte April startete das alternative Onlineangebot, zuerst mit dem Pausenexpress, später mit knapp 40 weiteren Kursen über Webex und seit dem 17.06. sind auch die Tore des Wassersportzentrums wieder für einen eingeschränkten Betrieb geöffnet. 


Mitte März gingen in der Zentraleinrichtung Hochschulsport die Lichter in vielen Büros aus und die Rollos wurden runtergezogen – es wurden sämtliche Sportkurse und Veranstaltungen abgesagt und die Geschäftsstelle wie alle anderen Bereiche der Universität auf einen minimalen Präsenzbetrieb reduziert.

Mitten im laufenden Betrieb wurde der „Stecker gezogen“ und der Anfang dieser Pandemie lässt sich wohl in einem einzigen Wort gut zusammenfassen – Verwirrung. Selten klingelte das Telefon in der Geschäftsstelle so oft, wie zu dieser Zeit. Doch nicht nur die Teilnehmenden und Kursleitenden wussten nicht, wie es weitergehen sollte, auch die Beschäftigten  des Hochschulsports warteten gespannt auf eine Entscheidung des Senats, bis es hieß „Alle Sportkurse und geplanten Veranstaltungen bis zum 20. Juli müssen abgesagt werden.“ Adieu Wintersemesterferienkurse, bye bye Kursleiter*Innen-Treffen, ade Campus Run & Sommerfest 2020. Das Verständnis war da, die Enttäuschung trotzdem groß.

Der anfängliche Fokus lag auf der Rückerstattung der Teilnahmegebühren, immerhin lagen knapp über 3.000 Buchungen für das Ferienprogramm vor. „Zum Glück haben wir gemeinsam mit der Hauptkasse einen Weg gefunden, der uns komplizierte und aufwändige Einzelerstattungen erspart hat“, so Christian Mundhenk, Leiter der Zentraleinrichtung Hochschulsport. Nachdem sich auch eine Lösung für die vielen nebenberuflichen Kursleiter*innen abzeichnete, konnte sich das Team wieder auf die eigentliche Arbeit konzentrieren. 

Außergewöhnliche Zeiten erfordern lösungsorientierte Maßnahmen. Der UniSport veröffentlichte so zunächst auf Facebook und Instagram Links zu sportiven Youtube-Videos und arbeitete selbst im Homeoffice an einer ganz neuen Version des Sportprogramms. Ganz besonders in dieser außergewöhnlichen Situation hat sich gezeigt, wie wichtig Sport und Bewegung im Alltag sind. Die positiven Auswirkungen von Sport zur Stärkung des Immunsystems und zur Entspannung sind hinlänglich bekannt, denn Sporttreiben führt unter anderem zu einem erhöhten Dopamin- und Serotoninspiegel, der den Stressabbau begünstigt. 

Mitte April fällt der Startschuss

Schnell war klar, dass es nicht beim Verlinken von anderen Angeboten bleiben kann. Als erste Hochschulsporteinrichtung in Berlin realisierte das Team des UniSports ein umfangreiches Onlineangebot. Am 15. April fiel der Startschuss für das Pausenexpress @ Home Programm, bei dem Beschäftigte und Studierende mehrmals in der Woche die bewegte Pause nun auch zu Hause nutzen konnten. 20 Tage später folgte das UniSport @ HOME Sportprogramm, welches mit einem einzigen Ticket die Teilnahme an über 30 unterschiedlichen Onlinekursen ermöglichte. 

Die Umsetzung der Kursangebote brachte sowohl für den UniSport als auch für viele Kursleiter*innen viele neue Herausforderungen. „Zum Glück lief die Technik von Beginn an relativ stabil und wir konnten Webex Events schnell für den Hochschulsport nutzen“, so UniSport-Mitarbeiter Lutz Nichelmann, der federführend die Einführung der Technik sowie die Einarbeitung und Schulung der Kursleiter*innen übernahm. Trotz eigens erstellter Video-Tutorials gab es zwar einige Anlaufschwierigkeiten, doch letztlich wurden die Trainer*innen von Woche zu Woche sicherer im Umgang mit der Technik und die steigenden Buchungszahlen stimmten zuversichtlich. Das tägliche Programm war von Twerking über Meditation bis Boxen vielfältig gestaltet und traf auf Begeisterung der Teilnehmenden. Knapp 700 Buchungen für den Pausenexpress @ Home und inzwischen fast 1000 Buchungen des UniSport @ Home Tickets verdeutlichen die Wichtigkeit des Hochschulsports auch in dieser besonderen Phase.

Unterstützung für die digitale Lehre

Auch für den Studi-Pausexpress wurde eine Alternative gefunden. Seit Anfang Juni stehen den Lehrverantwortlichen Videos mit 5-minütigen (digitalen) Bewegungseinheiten zur Verfügung, die eine gute und niedrigschwellige Möglichkeit bieten, um Sitzzeiten der Studierenden zu reduzieren, bewegungsaktive Lernprozesse zu fördern und gedanklich kurz mal abzuschalten. Dozierende können diese Videos ganz einfach und unkompliziert in ihrer Lehrveranstaltung über einen Link auf die FU-Box abspielen oder im Blackboard einbinden.

„Das Team des Hochschulsports hat versucht, lösungsorientiert und kreativ die Herausforderungen zu meistern und ich denke, dass wir in Bezug auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Universitätsangehörigen gerade in der Corona-Zeit einen wichtigen Beitrag für die gesamte Hochschule geleistet haben“ resümiert Mundhenk.   

Wie geht es weiter? 

Inzwischen gibt es zwar weitere Lockerungen, so dass ein attraktives Outdoor-Programm unter Einhaltung der Kontakt- und Hygienevorschriften angeboten wird. Endlich wieder mit anderen Menschen Sport an der frischen Luft zu treiben, kam für viele aus dem Homeoffice und vom Homeschooling wie gerufen... Läufer*innen, Yogis und Fitness-junkies treffen wieder aufeinander und genießen die Auszeit an der frischen Luft.
Doch nicht alles, was derzeit auch erlaubt ist, wird auch realisiert. Alle Rahmenbedingungen werden genau geprüft, um die Risiken für alle Beteiligten möglichst zu minimieren. So ist der KRAFTKLUB aktuell noch immer nicht nutzbar, obwohl es die aktuellen Vorgaben theoretisch zulassen würden. Die engen Räumlichkeiten, die geringen Abstände zwischen den Geräten und der hohe Aufwand zur Einhaltung der Hygieneregelungen sind Gründe, warum bisher von einer Öffnung abgesehen wurde. 

Was bleibt?

Die erzwungene Umstellung auf Onlineangebote hat sich in den vergangenen turbulenten Wochen auch als Chance erwiesen. Aufgrund der hohen Resonanz und des positiven Feedbacks werden ausgewählte „@ HOME“-Kurse zukünftig im Programm beibehalten. Auch einige Angebote des Pausenexpress wird es künftig als @ HOME Alternative geben. 

Die Gefahr, dass Onlinekurse das komplette Programm das Hochschulsport ersetzen werden, sieht Mundhenk nicht: „Das soziale Miteinander und das gemeinsame Sporttreiben mit Menschen in der realen Umgebung werden auch weiterhin eine hohe Bedeutung haben. Die neuen Formate werden unser Angebot künftig ergänzen und haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Ein Ersatz sind sie jedoch nicht und wir gehen fest davon aus, dass unsere analogen Kurse künftig wieder ganz normal gebucht werden, wenn es die Rahmenbedingen zulassen“. Wann dies möglich sein wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer einzuschätzen. Mit der aktuellen SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung gelten auch für den Sport weiterhin zahlreiche Einschränkungen.

 

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