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Als Repräsentantin für den Sport und die Universität

Anne-Sophie Schmidt
In Coimbra angekommen.

„Das Potential ist auf jeden Fall da. Jetzt will man sehen, wie weit es geht.“ Die Politikstudentin Anne-Sophie Schmidt (21) wird die Freie Universität Berlin bei den Europäischen Hochschulmeisterschaften im Judo vom 25. bis 27. Juli im portugiesischen Coimbra vertreten. Ein Gespräch mit ihr über den anstehenden Wettkampf wird ganz nebenbei zu einem Gespräch über den gesamten Judosport. Es geht um persönlichen Einsatz, viel Training und die untrennbaren Werte im Sport.

News vom 25.07.2017

Das Zeitempfinden ist bekanntlich etwas sehr subjektives. Seit insgesamt schon 13 Jahren ist Anne-Sophie Schmidt jetzt im Judosport aktiv. Was für den einen viel erscheinen mag, wird von ihr etwas relativiert: „Es ist mehr die Zeit, die man währenddessen in den Sport investiert hat“, sagt sie. Das bedeutet: Acht- bis zehnmal Training in der Woche, dazu die Wettkämpfe am Wochenende. International und europaweit.

Doch man sollte meinen, für Anne-Sophie habe sich das alles schon längst ausgezahlt. Drei deutsche Meisterschaften in der Altersklasse U17 stehen genauso in ihrer Erfolgsstatistik wie ein zweimaliger dritter Platz bei den Deutschen Meisterschaften der Frauen. Oder der siebte Platz bei den Europäischen Olympischen Jugendspielen im türkischen Trabzon im Jahr 2011. Oder. Oder. Oder. Doch Anne-Sophie verbucht ihren persönlichen Erfolg eigentlich ganz woanders. „Erfolg bedeutet für mich nicht nur die Medaillen und Platzierungen, sondern auch, wenn man im Training schlagen kann“, sagt sie.

Mit der Europäischen Hochschulmeisterschaft in Coimbra in Portugal steht für sie der größte Wettkampf seit der Europameisterschaft vor der Tür. Und Unterstützung erhält sie nicht nur von ihrer Familie („Judo ist bei uns auch ein bisschen Familiensport“), sondern auch von der Universität und dem Team von Erasmus+. „Wir unterstützen die Teilnahme von Anne-Sophie Schmidt sehr gerne aus unseren Erasmus+ Mitteln, denn schon oft hat sich gezeigt, wie gut die Kombination Sport und Internationales gerade im Kontext von Hochschulen funktioniert. Seit Jahren arbeiten wir erfolgreich mit dem Hochschulsport bei der Betreuung der Incomings zusammen – Sport verbindet, Sport integriert, und schafft einfach großartige gemeinsame Erlebnisse“, erklärt Gesa Heym-Halayqa, Erasmus-Hochschulkoordinatorin der Freien Universität.

Anne-Sophie, die mittlerweile im vierten Semester Politikwissenschaft an der FUB studiert, weiß diese Unterstützung sehr zu schätzen: „Unsere Universität ist da sehr entgegenkommend. Ich bin mir meiner Repräsentationsfunktion deswegen auch durchaus bewusst“, sagt die 21-Jährige. Erasmus-Hochschulkoordinatorin Gesa Heym-Halayqa freut das ganz besonders. „Eine Athletin zu einem Wettkampf an eine europäische Partnerhochschule zu schicken, ist eine Maßnahme genau in unserem Sinne – Anne-Sophie wird dort als Botschafterin der FU antreten, aber gleichzeitig für einen offenen europäischen Austausch und Wettbewerb stehen, den wir den Studierenden an unserer Universität so schmackhaft wie möglich machen möchten“, sagt Heym-Halayqa.

Kurz vor dem Ende unseres Gesprächs möchten wir dann noch von Anne-Sophie wissen, was für sie das Besondere am Judosport ist. Die Antwort kommt prompt. „Es sind vor allem die Werte, die im Judo groß geschrieben und traditionell weitergegeben werden“, erzählt sie. Höflichkeit, Mut, Fairness, Sauberkeit. „Das habe ich so noch bei keinem anderen Sport gesehen und das finde ich unterstützenswert. Gerade deswegen hätte der Judosport eine noch größere Aufmerksamkeit verdient“, findet Anne-Sophie. Mit ihrer Teilnahme bei den Europäischen Hochschulmeisterschaften und in wenigen Wochen bei der Universade in Taiwan kann sie nun ihren Teil dazu beitragen.

Dafür wünschen wir ihr viel Erfolg!

Text: Leon Ratermann
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